Bordeaux Jahrgang 2025
Wir haben mehr als 2 intensive Wochen in Bordeaux verbracht, um den Jahrgang 2025 umfangreich zu verkosten, uns mit den Top-Insidern der Branche auszutauschen, von Chateau-Inhabern, Direktoren, Winemakern, Oenologen, Negociants, bis hin zu namhaften Journalisten. Niemand sonst in der gesamten Branche betreibt einen auch nur annähernd vergleichbaren Aufwand. Unzählige Mittag- und Abendessen, dazwischen bis zu 16 Chateaux täglich mit jeweils mehreren Weinen, wir wissen, von was wir sprechen. Zudem besuchten wir die relevantesten Chateaux zwei Mal. Der Jahrgang ist mega interessant und kennt, zumindest für unsere 35-jährige Erfahrung, keinen Vergleich.
Der Winter verlief normal mit guten Regenfällen, im März startete die Vegetation aufgrund der Temperaturen relativ früh, durch die gute Wasserversorgung aber mit nahezu optimalem Verlauf. Die Blüte ab Mitte/Ende Mai war sehr homogen und schnell, da die Bedingungen trocken und für die Jahreszeit bereits sehr warm waren. Ab Juni war es sehr trocken mit partiell bereits hohen Temperaturen, was jungen Reben und Terroirs mit schlechter Wasserkapazität sehr früh Probleme bereitete.
Der Sommer war dann enorm heiß und extrem trocken mit Temperaturen bis hin zu 40°C. Hier zeichnete sich bereits ab, dass die Beeren sehr klein sein würden. Insbesondere junge Rebanlagen litten zudem unter erheblichem Trockenstress. Partiell stellten die Reben die Fotosynthese ein, was zumindest den Vorteil mit sich brachte, dass die Zuckergradationen nicht stark anstiegen. Die kleinen Beeren jedoch, teils selbst bei der Lese unter 1 Gramm Beerengewicht, brachten allerdings satte Tannine und eine enorm hohe Konzentration mit sich. Mitte/Ende August regnete es dann, je nach Anbaugebiet zwischen 30ml bis 130ml. Dieser Regen verhalf dem Jahrgang zu seinem unvergleichlichen Charakter.
Die Lese startete im Weißweinbereich bereits Mitte August, bei den Rotweinen je nach Chateau Ende August bis Mitte/Ende September. Die Spitzenweine über alle Appellationen hinweg sind traumhaft schön geraten, mit moderaten Alkoholwerten, satten, aber weich ausgereiften Tanninen und einer unvergleichlichen Aromatik und Frische.
Am Gaumen sind diese Weine dicht, bündeln sich dann aber mit Struktur, Säure und Frische zu einer Charakteristik, die beeindruckend war. Dies ist nahezu unabhängig von Appellation und Rebsorte. Ebenso die Erträge waren sehr heterogen und gingen von 15hl/ha bis 40 hl/ha. In der Summe kann man feststellen, dass das Terroir und das Wissen um die vinologische Umsetzung im Keller der Schlüssel zum Erfolg waren. Wer das verstand, hat einen Superwein im Keller.
Die Preise werden moderat sein, die Mengen partiell sehr klein. Im Kontext der Qualität macht dies den Jahrgang 2025 zu einem klaren Primeur-Jahrgang.
